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Mehr Uplink und die erste eigene Glasfaser!

„Herzlich Willkommen bei VegaSystems!“; so begrüßte mich die nette Automaten-Stimme am Telefon bei einigen Telefonaten in den letzten Monaten. Am Ende steht ein neuer Infrastruktur-POP im neuen Rechenzentrum von VegaSystems in Paderborn mit deutlich mehr Bandbreite und der ersten eigenen Glasfaser innerhalb der Stadt.

Wie es dazu kam, was alles nötig war, um unser Vorhaben in die Tat umzusetzen und wie das Setup nun aussieht möchten wir Euch in diesem Artikel näher bringen. Der Text ist etwas länger geworden, es waren aber auch einige Monate (ehrenamtliche) Arbeit

Die Idee

Der Wunsch nach mehr symmetrischer Bandbreite in Paderborn sowie einer breitbandigeren Verbindung zwischen den beiden Rechenzentren im Stadtgebiet, in denen Teile unserer Infrastruktur untergebracht sind, bestand schon länger. Bisher bestand die Direktverbindung zwischen den Standorten nur aus einer Richtfunkstrecke, die aufgrund der baulichen und topologischen Gegebenheiten nur 40Mb/s Übertragungsrate zur Verfügung stellte.

Anfang Dezember letzten Jahres sprachen wir mit unseren Kontakten bei VegaSystems über Möglichkeiten, mehr Bandbreite für unsere bereits dort gehostete Infrastruktur zu bekommen. VegaSystems unterstützt uns seit einigen Jahren mit Housing und Bandbreite und war unser erster Rechenzentrums-Standort in Paderborn. Im Verlauf das Gesprächs ergaben sich einige Optionen, mit denen all unsere Wünsche in die Realität umsetzbar wären. Dank der kommunalen Förderung war absehbar, dass wir über die nötigen finanziellen Mittel verfügen würden, um Vorleistungen einkaufen zu können und entsprechende Leitungen beauftragen zu können. Die neue Infrastruktur sollte im neuen Rechenzentrum von VegaSystems aufgebaut werden, in dem Uplinks verschiedener Provider zur Verfügung stehen und die Möglichkeit besteht Glasfaserverbindungen aufzuschalten. Der Plan war gesetzt.

Das Projekt

Aufgrund einiger bürokratischer Hürden verzögerte sich die praktische Umsetzung der kommunalen Förderung, sodass wir erst Anfang dieses Jahres in die konkrete Planung  einsteigen, Mitte Januar den Auftrag vergeben und im Februar wirklich mit der Umsetzung beginnen konnten.

Nun galt es sowohl den Uplink im neuen Rechenzentrum als auch die Glasfaserverbindung dorthin bereitzustellen und im Anschluss unsere bestehende Infrastruktur umzuziehen. Die ersten beiden Aufgaben lagen natürlich bei VegaSystems, die Glasfaserverbindung bedingt jedoch auch einige Unterstützung von unserer Seite zwecks Koordination und Umsetzung „am anderen Ende“.

Unsere erste Glasfaser

Mitte Februar konnte besagtes „anderes Ende“ am Rechenzentrums-Standort, den wir mit VegaSystems verbinden wollten, umgesetzt werden. Die sogenannte In-House-Verkabelung wurde verlegt und mit einem Glasfaser-Patchpanel abgeschlossen, auf das wir unser Equipment stecken konnten. Das sah dann so aus:

Übergabe-Panel der Glasfaserleitung

Das sieht erstmal unspektakulär aus. Da wir beim Aufbau und Spleißen der Fasern dabei waren, können wir Euch auch das Innenleben der grauen Box zeigen. Jede der 12 Fasern wurde mit einer Faser aus dem blauen Kabel links neben dem Patch-Panel verschmolzen und diese Verbindung fein säuberlich in der schwarzen Spleißkasette eingefädelt.

LWL-Patchpanel von innen

Wir freuten uns und verbanden noch am selben Tag unseren Switch mit dem ersten Port des Patchpanels. Am anderen Ende der Leitung wartete bereits unser Switch, der im noch unfertigen neuen Rechenzentrum von VegaSystems bereit lag. Unsere Hoffnung war, dass ein grünes Lämpchen vermeldet, dass die Verbindung zwischen unseren Switches zustande kommt.

Leider blieb das Lämpchen aus. Es bedurfte noch einiger Korrekturen auf dem Weg zwischen dem frisch installierten Patchpanel und der Gegenseite im VegaSystems Rechenzentrum, bis uns eine Verbindung vergönnt war. Mitte März sollte das grüne Lämpchen das erste mal angehen.

Nachdem die Verbindung stand, konnten wir die Dämpfung der Glasfaserstrecke ermitteln und die Optiken bestellen, die wir für das finale Setup einsetzen wollten. Über die Glasfaserverbindung sollten mittels CWDM mehrere Wellenlängen (Lichtfarben) genutzt werden, um 2x 10Gb/s zwischen den Standorten übertragen und vor allem den möglichen Ausfall einer Optik kompensieren zu können, ohne dass Ihr etwas davon merkt.  CWDM nutzt analog zum Experiment, das die meisten vielleicht noch aus dem Physikunterricht kennen, ein Prisma, um das „weiße“ Licht in seine Farbbestandteile aufzuteilen, sodass einzelne Wellenlängen („Farben“) separat genutzt werden können. Das CWDM-System „klaut“ dabei leider etwas Lichtstärke, daher war es wichtig, die Dämpfung der Glasfaserstrecke zu kennen, sodass wir Optiken mit entsprechend viel Leistung beschaffen konnten. Aufgrund der Länge der Strecke, der vorhandenen Patches und des geplanten CWDM war es nötig zu Extended Range (ER) Optiken zu greifen.

CWDM-ER Optiken
Einzug ins neue Rechenzentrum

Analog zur Glasfaserstrecke verzögerte sich die Bereitstellung des neuen Uplinks auch einige Wochen. Mitte April war es soweit, wir konnten unseren Switch und das CWDM im Rack, das wir später samt Server beziehen sollten, einbauen und in Betrieb nehmen. Die optischen Berechnungen stellten sich als richtig heraus und zwei grüne Lämpchen verkündeten, dass die Glasfaserstrecke mit 2x 10Gb/s online war.

Uplink, CWDM und Switch im Rechenzentrum (von oben nach unten)

Der bestellte neue Uplink war ebenfalls bereits in Betrieb und wir konnten unseren Switch an das Übergabe-Gerät des Providers anschließen. Leider mussten wir feststellen, dass der Anschluss nur über IPv4-Konnektivität verfügte und das von uns natürlich ebenfalls gewünschte IPv6-Protokoll nicht unterstützt war. Das ließ sich zum Glück nachbuchen und 4 Tage später war unser Anschluss mit echtem Dual-Stack online!

Soweit so gut, alle Voraussetzungen dafür, unseren Server aus dem alten Rechenzentrum von VegaSystems in das neue umzuziehen waren gegeben! Der Umzug erfolgte eine Woche später und wir waren als erste Kunden im neuen RZ online

Fazit

Wie Ihr seht, arbeiten wir hinter den Kulissen weiter daran, die Infrastruktur weiter auszubauen und einen stabilen Betrieb zu gewährleisten. Der Ausbau gestaltet sich in den letzten Monaten deutlich schwerer als geplant und gewohnt, wir kommen aber trotz Corona voran. Wie in jedem guten IT-Projekt gab es auch hier Verzögerungen an einigen Stellen 😉

Dieses Projekt und vor allem die Investition, die wir für Glasfaser, Uplink, Optiken, etc. getätigt haben, wären ohne die Förderung der Stadt Paderborn nicht möglich gewesen. An dieser Stelle möchten wir einmal „Danke!“ sagen für die finanzielle Unterstützung der Stadt Paderborn, mit der wir noch weitere Ausbaumaßnahmen an der Infrastruktur für und in Paderborn planen, sowie die Ausleuchtung in der Innenstadt erhöhen wollen. Habt Geduld und Nachsehen, wenn das ob Ehrenamt und Corona langsamer von Statten geht als geplant und Ihr nur sporadisch Updates von uns bekommt

Ebenfalls „Danke!“ sagen möchten wir an die Kollegen von VegaSystems, die uns bei diesem Projekt unterstützt haben und mit pragmatischen Lösungen zur Seite standen; ohne Euch wäre das alles auch nicht möglich gewesen!

Dieser Artikel stammt aus den https://freifunk.net/weitere-community-news/

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