Freifunk bietet Unterstützung für Geflüchtete an #standwithukraine

Dieser Artikel stammt aus den https://freifunk.net/weitere-community-news/

Wir haben heute vormittag die Landkreise in Nordhessen angeschrieben und ihnen Unterstützung für der Versorgung von Geflüchteten mit freiem WLAN angeboten. Hier die E-Mail im Wortlaut:

Unterstützung durch Freifunk Nordhessen e.V. für Geflüchtete

Sehr geehrter Frau Landrätin Rathgeber,
Sehr geehrter Herr Landrat Siebert,
Sehr geehrter Herr Landrat van der Horst,
Sehr geehrter Herr Landrat Warnecke,
Sehr geehrter Herr Erster Kreisbeigeordneter Zachow,
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Geselle,

als Freifunk Nordhessen e.V. möchten wir Ihnen heute unsere Unterstützung anbieten bei der Integration der Flüchtlinge, die in den nächsten Monaten nach Deutschland kommen werden. Ganz konkret geht es uns um die unkomplizierte und rechtssichere Bereitstellung eines Internetzugangs.

Unser Verein ist gemeinnützig und betreibt ca. 460 öffentliche WLAN-Zugangspunkte in den Landkreisen Kassel, Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner-Kreis, Schwalm-Eder-Kreis, Hersfeld-Rotenburg und Marburg-Biedenkopf. Dazu kommt noch ein eigenes Netz aus Backbone- und Hintergrundsystemen. Finanziert wird unser Verein aus Kooperationsvereinbarungen mit Städten, Gemeinden und Vereinen sowie aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Wir sind Teil eines deutschlandweiten Netzwerks aus Freifunkvereinen, die heute bereits rund 44.000 WLAN Zugangspunkte in ganz Deutschland betreiben.

Zu unserem konkreten Angebot: 

Angesichts des Krieges in der Ukraine gehen wir davon aus, dass in absehbarer Zeit auch in den nordhessischen Landkreisen viele Flüchtlinge integriert werden wollen. Unser Angebot besteht darin, dass wir den nordhessischen Landkreisen vollständig vorkonfigurierte Freifunk-Router anbieten, die überall dort zum Einsatz kommen können, wo Flüchtlinge im privaten Umfeld einquartiert werden. Die von uns bereitgestellten Freifunk-Router können vom Landkreis nach eigenem Ermessen an die Vermieter ausgegeben werden – sei es entgeltlich oder unentgeltlich. 

Der Vermieter einer Unterkunft muss diesen Freifunk-Router dann nur noch mit dem bestehenden Internetanschluss per beiliegendem Kabel verbinden – und mit einem Handgriff entsteht ein rechtssicheres Gäste-WLAN, bei dem keine Störerhaftung anfällt. Eine bebilderte Anleitung legen wir bei, ein E-Mailpostfach für Supportanfragen halten wir ebenfalls bereit.

Neben dem Wegfall der Störerhaftung sind unsere WLAN-Router in der Art konfiguriert, dass sie sich automatisch miteinander verbinden. Wird beispielsweise eine Flüchtlingsfamilie in einem Nebengebäude oder eine Etage ohne Internetanschluss unterbracht, reicht es aus, zwei unserer WLAN-Router aufzustellen, um das Problem zu lösen. Router 1 steht beim bisherigen Internetanschluss, Router 2 im Nebengebäude bzw. der anderen Etage. Sobald eine Funkverbindung zwischen beiden Geräten zustande kommt, wird automatisch das WLAN weitergereicht.

Die von uns für die Landkreise bereitgestellten Freifunk-Router basieren auf handelsüblicher Hardware und sind für Innenräume geeignet. Die Geräte werden von uns für mindestens drei Jahre mit Sicherheitsupdates versorgt und sind ansonsten aus Sicht des Aufstellers komplett wartungsfrei. Den geplanten Gerätetyp (TP Link Archer C7) nutzt unser Verein erfolgreich seit dem Jahr 2019.

Pro Gerät fallen einmalige Kosten in Höhe von 100€ an, die der Verein dem Landkreis in Rechnung stellt. Im Gegenzug stellt der Verein das Gerät für die Dauer von drei Jahren bereit und übernimmt den Support wie oben beschrieben. Die laufenden Internet- und Stromkosten werden vom Vermieter des jeweiligen Quartiers getragen. 

Nach Ablauf der drei Jahre ist zu klären, ob die Geräte weiter betrieben werden sollen. Derzeit veranschlagen wir 20€ pro Jahr und Gerät für die Pflege- und Betriebskosten. Ist kein Weiterbetrieb gewünscht, geht das Gerät an den Verein zurück oder wird deaktiviert. Es steht dem Landkreis frei, dieses Angebot auch auf andere Zielgruppen zu übertragen – beispielsweise im Umfeld des Sozialamts, der Jugendhilfe oder des Schulträgers.

Wenn Sie unser Angebot annehmen möchten, teilen Sie uns bitte bis zum 16. März 2022 per E-Mail an vorstand@freifunk-nordhessen.de mit, wie viele Freifunk-Router Ihr Landkreis benötigt. Die Bereitstellung der Geräte erfolgt Mitte April 2022. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir bis dahin höchstens 100 Geräte pro Landkreis bereitstellen können.

Zu unserem Angebot gibt es am Freitag, den 11. März 2022, um 14.30 Uhr eine virtuelle Fragestunde für die Landkreise in unserem Einzugsgebiet. Wenn Sie bzw. Ihre Mitarbeiter an diesem Treffen teilnehmen wollen, melden Sie sich bitte unter oben genannter E-Mailadresse an. Wir senden Ihnen dann eine Einladung für eine Sitzung mit Microsoft Teams zu.

Auf unserer Homepage www.freifunk-nordhessen.de erfahren Sie außerdem aus erster Hand, was der Freifunk Nordhessen e.V. bereits heute für die digitale Teilhabe in Nordhessen unternimmt. Dort finden sich bestimmt auch Anknüpfungspunkte für weitere Projekte in Ihrer Region.

Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas Schad, Bad Arolsen
Organisationsvorstand

Jörg Balzer, Wetter
Finanzvorstand

Mirsad Nadarevic, Frankenberg
Technikvorstand

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